Sonntag, 19. Juni 2016

Mit Kind auf ein Rockkonzert? Aber klar doch!

Freitag war es endlich so weit. Der Tag, auf den der Sohn und ich so lange gewartet hatten. Wir waren bei Bruce Springsteen in München!

Vorab: es war unglaublich superdupertollgenial! Ich war das letzte Mal 2008 in schwangerem Zustand auf einem größeren Konzert, bei REM in Würzburg auf dem Residenzplatz. Es war also für mich mal wieder Zeit.

Wie immer gab es viele Leute, die die Idee, mit einem 7,5 jährigen Kind so ein Konzert zu besuchen grundsätzlich total doof und verantwortungslos fanden. Die meisten sagten, dass das doch eher mein Wunsch wäre, und so könnte ich den armen Jungen da doch nicht mit hinschleppen. Aber: NEIN. Ganz deutlich nein!

Natürlich kommt die Vorliebe des Sohnes für eine bestimmtes Musikgenre nicht von ungefähr. Ich bin seit Ewigkeiten Springsteen-Fan, der Mann ist sicher nicht so ein begeisterter Fan, wie ich, hört ihn aber auch gerne. Dass Kinder generell oft den Eltern nacheifern und deren Hobbies, Vorlieben für Musik etc. toll finden, ist sicher nicht ungewöhnlich. Es ist ja aber auch nichts schlimmes dabei.

Der Sohn hatte schon länger immer und immer wieder den Wunsch geäußert, einmal auf so ein Konzert zu gehen.

Ich hatte mir im Vorfeld schon einige Gedanken gemacht. Sogar schon, als noch gar keine Deutschlandtermine der aktuellen Tour feststanden. Klappt das überhaupt? Würde der Sohn das Konzert durchhalten? Wie ist es mit der Lautstärke, kann man das machen?

Ich habe ihm erklärt, dass sowas ein ganz tolles Event ist, man aber mit einigen Dingen rechnen muss, wie dass er, zumindest so lange er noch jünger ist, nicht besonders nah an der Bühne stehen kann und Bruce somit auch nicht die Hand schütteln wird ;) Dass man das meiste, was man sieht und gut erkennen kann eben über Leinwände sieht.

War ihm alles egal. Und somit habe Anfang März am Tag des Starts des Ticketverkaufs alle Bedenken über Bord geworfen und zwei Tickets für das Konzert in München gekauft. Vorverkaufsstart 10 Uhr morgens, um 10.10 Uhr hatte ich die Tickets.

Sitzplatzkarten. Ich hatte bis dato noch nie auf einem solchen Konzert GESESSEN! Aber gut. Viel Geld ausgegeben. Dazu noch Bahnfahrt und eine Nacht im Hotel. Ein teurer Spaß. Aber Spaß hatten wir letztendlich ohne Ende!

Ich habe den Sohn am Freitag sofort aus der Schule "rausgezogen"- das wusste er noch nicht, nur, dass ich ihn früher als 14 Uhr abhole, somit war die Überraschung da schon mal groß.

Wir haben schnell die Schulsachen zu Hause abgestellt und sind gleich weiter mit gepackten Rucksäcken in Richtung Bahnhof. Kaum verließen wir das Haus, fing es fürchterlich an zu regnen - zwar hier in Freiburg und nicht in München, trotzdem, nicht so besonders gute Aussichten für ein Open Air Event. Genau vor 20 Jahren bin ich ja schon einmal der Illusion erlegen, bei schönem Sommerwetter ein bisschen Musik... aber, lassen wir das.

Pünktlich am Bahnhof ging es gleich in den Zug Richtung Mannheim, dort mussten wir dann einmal umsteigen.


Der Sohn war ganz schön aufgeregt und hat das Bordbistro erstmal mit ein paar Hits von Bruce Springsteen unterhalten, so dass nachher alle wussten, wo wir hin wollten :)


Bis hinter Augsburg war es immer mal wieder dunkel und grau und hat ganz schön geregnet. Aber was soll ich sagen: als wir in München ausstiegen: Sonnenschein!


Der Zeitplan passte super, wir mussten nicht hetzen, hatten aber auch nicht zu viel Zeit rumzukriegen. Die Sachen haben wir ins Hotel gebracht und haben uns sofort wieder auf den Weg Richtung Olympiapark gemacht. Dort angekommen mussten wir vor dem Stadion noch schnell etwas trinken...


...bevor wir uns auf zu unseren Plätzen gemacht haben. Hier einmal der ungezoomte Blick - ganz schön weit weg, aber egal!


Pünktlich um 19.15 ging es los.


Der Sohn rockte ordentlich mit ab und hatte auch schnell ein paar neue Freunde gefunden. Die Sicht von unseren Plätzen war für ihn auch vollkommen okay. Ein paar Mal hat er sich ein gutes Stück weiter unten an der Treppe an ein Geländer gestellt, dort sollte eigentlich niemand stehen, aber die Ordner haben ihn gelassen - ein großes Dankeschön an die Ordner aus dem Münchener Olympiastadion!


Dann musste noch eine Pizzapappe als Plakat herhalten.


Nach über drei Stunden, die einem vorkamen, wie höchstens eine Stunde, war alles vorbei und wir haben uns wieder auf den Weg ins Hotel gemacht.

Alles in allem hat es wunderbar geklappt. Der Sohn war ganz begeistert und glücklich. Ich natürlich auch :) Er hat toll mitgemacht, es war alles ganz unkompliziert, und vor allem gab es gar keine Streit zwischen uns. Das hat mich besonders gefreut, ist es doch momentan hier eigentlich meistens mehr als unharmonisch und einfach nur schwierig.

Das Konzert war fantastisch. Wer spielt schon bitte über drei Stunden? Die Setlist war ganz nach dem Geschmack des Sohnes, auch wenn ich im Vergleich mit den Sets der US Konzerte ein bisschen das Gefühl hatte, dass die europäischen Konzerte eventuell ein bisschen dem europäischen Geschmack angepasst wurden - für uns aber egal, da der Sohn zwar auch gerne die alten Sachen, aber am liebsten die Greatest Hits CDs hört.

Coolstes Plakat, welches von Fans im Front of Stage Bereich hochgehalten wurde: "Fuck Trump, we wanna dance with the boss!" Großer Jubel im Stadion, als dieses Plakat in groß auf der Leinwand zu sehen war!

Zu dem Konzert kam dann für den ÖPNV Fan ja auch noch die Fahrt: erst Straßenbahn in Freiburg, ein alter ICE, dann ein neuerer ICE Doppelzug (mit "Doppelnase", wie das hier bei uns genannt wird), S-Bahn, U-Bahn und Tram in München und am Samstag alles noch einmal retour.

Das Lautstärkeproblem haben wir übrigens mit diesen Kopfhörern entschärft, wobei er die nicht die ganze Zeit getragen hat.

Mein Fazit also: wenn es irgendwie geht, werden wir das auf jeden Fall wiederholen. Für den Sohn ist aber schon klar, dass es nächstes Mal der Front of Stage Bereich sein muss. In ein paar Jahren kann ich mir das auch durchaus vorstellen (ob ICH das dann noch durchhalte, ist die Frage ;) ).

Ich bin stolz auf meinen Großen, dass das alles so gut lief - und vielen Dank an den einzigartigen, bewundernswerten theoneandonly Bruce Springsteen und die E Street Band für diesen genialen Abend!

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