Freitag, 8. Mai 2015

Caro goes back to work!

Jetzt habe ich sie schon hinter mir, meine ersten Tage im beruflichen Wiedereinstieg, und das gleich bei einem neuen Arbeitgeber. Und ich muss sagen: es war wunderbar!

Ich war ja jetzt tatsächlich 6,5 Jahre raus aus dem Job. 6,5 Jahre. Das ist eine lange Zeit. Es war eine schöne Zeit, und auch, wenn ich mich oft rechtfertigen musste, dass ich zu Hause war: für uns, für unsere Familie, für meine Kinder, meinen Mann und mich war es, vor allem im Nachhinein, gut so. Auch, wenn es am Anfang eigentlich nicht so geplant war.

Vor meiner Elternzeit hatte ich einen wirklich guten Job bei einer Freiburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Wirklich gut schreibe ich, weil es für mich dort einfach im Ganzen gestimmt hat, und das für mich Wichtigste: ich hatte einfach tolle Chefs und Kollegen. Ich habe mich dort nie, nie, nie (außer vielleicht in den ersten Tagen ;) ) den höher qualifizierten Kollegen gegenüber als "schlechter" oder "minderwertiger" gefühlt. Es hatten alle immer ein offenes Ohr, ich konnte mich und mein Wissen und Können gut einbringen, hatte aber gleichzeitig immer die Möglichkeiten, zu fragen, wenn etwas unklar war. Dieses gute, kollegiale Miteinander ist für mich einfach das, was stimmen muss.

Und ich habe es weiß Gott schon anders erlebt. Chefs, die einen runtermachen. Kollegen, die einen regelrecht mobben, weil sie einfach mit der Tatsache nicht klar kommen, dass man selber eine höhere Qualifikation hat. Dinge, die falsch liefen und einem in die Schuhe geschoben wurden, obwohl man zu dem Zeitpunkt, zu dem jemand den Unsinn verzapfte, noch gar nicht im Büro tätig war. Und so weiter, und so weiter. Das brauche ich definitiv nicht nochmal, das waren keine schönen Zeiten.

Tatsächlich muss ich aber auch sagen, dass ich den Verantwortlichen von damals auch auf eine Art und Weise fast dankbar sein muss, denn durch diese schlechten Erfahrungen bin ich vorsichtiger geworden, habe meinen Sinn für Menschen und Menschenkenntnis noch einmal geschärft und weiß vor allem: so etwas geht gar nicht. Das muss sich keiner antun.

Als klar wurde, dass ich nach meiner Elternzeit für die Tochter nicht wieder bei meinem alten Arbeitgeber anfangen kann - aus Kapazitätsgründen, es gab schlicht und einfach keinen Platz, an dem ich hätte sitzen und meine Arbeit machen können - war mir erstmal etwas ungut zumute. Jetzt nochmal das ganze Bewerbungsprozedere, und dann im schlimmsten Fall wieder eine schlechte Erfahrung machen?!

Bewerbungen habe ich letztendlich nur drei geschrieben. Eine Kanzlei meldete sich mit der Info, dass die ausgeschriebene Stelle leider schon besetzt sei, sie aber meine Bewerbung gerne aufbewahren wollten, sollte sich noch einmal etwas ergeben. Die zweite Bewerbung führte dann zu einem Vorstellungsgespräch, dort war mir aber ehrlich gesagt nach 10 Minuten klar - das passt nicht. Warum, das möchte ich hier nicht weiter erläutern, zumindest schien es der anderen Seite genau so zu gehen, denn obwohl wir verblieben, am Anfang der folgenden Woche zu telefonieren, hatte ich zwei Tage später die Bewerbung wieder im Briefkasten. Gut so, ist so doch niemand enttäuscht, vor den Kopf gestoßen oder wie auch immer.

Aber immerhin zeigte sich, dass das Interesse an einer Wiedereinsteigerin doch nicht so gering ist, wie befürchtet.

Meine dritte Bewerbung schickte ich dann an die Kanzlei, in der ich jetzt letztendlich gelandet bin. Eine ansprechend gestaltete, sympathisch scheinende Homepage (ja, das kann echt was ausmachen, zumindest für den ersten Eindruck!) und ein sehr nettes Vorstellungsgespräch mit quasi direkt anschließender Jobzusage waren die Folge, und diese Woche Montag dann mein erster Arbeitstag.

Ich wurde sehr nett empfangen - yo, und dann ging es halt mal los ;) Was die Bedienung der Programme angeht, so kam schon in den ersten Tagen sehr viel wieder, und sei es nach kurzem Überlegen. Was das Fachliche angeht, so werde ich es sehen, räusper ;) Es hat sich natürlich viel geändert in den letzten Jahren. Aber ich habe gute Hoffnung, dass ich es wieder mit einem netten Team zu tun habe, und so bin ich jetzt wirklich sehr motiviert und einfach erstmal froh, diese Stelle bekommen zu haben.

Orga-Pluspunkt: meine neue Arbeitsstelle liegt für mich günstig erreichbar, so dass ich nicht auf das Auto angewiesen bin. Und genau das ist auch das, worauf ich auch gespannt bin: wie wird es laufen mit der Organisation, mit den Kindern. Schließtage, Krankheit, das alles muss berücksichtigt werden. Auch, wenn ich "nur" Teilzeit arbeite.

Einzig meine geistige Verfassung war an den Abenden nach den ersten Arbeitstagen - nun, nennen wir es mal "im Keller". Am ersten Abend scheiterte ich beim Aufschreiben meines Geburtsdatums und des Wortes "verheiratet" /o\ Aber ich bin mir sicher, auch das wird sich wieder einrenken :)

In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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