Dienstag, 24. Februar 2015

Gesunde Ernährung im Kindergarten

Ein Thema, welches, seitdem meine Kinder Betreuungseinrichtungen besuchen, immer wieder aufkommt, ist die gesunde Ernährung in eben diesen. In den letzten Wochen habe ich hierzu immer wieder haarsträubende Diskussionen in Internetforen gelesen, ich konnte teilweise gar nicht glauben, dass das, was da geschrieben wurde auch so gemeint war.

Es geht schlicht und einfach darum, was man seinen Kindern in die Brotdose, Vesperbox oder wie auch immer gibt.


Bei uns war es in der Krippe noch einfach. Es aßen alle das gleiche. Zum Frühstück gab es belegte Brote - mit Butter beschmiert, die Kinder konnten selber über weiteren Belag entscheiden und sich die Brote belegen - und klein geschnittenes Obst und Gemüse. Mittag wurde zunächst von den Eltern reihum abwechselnd gekocht (eine tolle Sache!), nach einem Besuch vom Gesundheitsamt musste man leider auf einen Cateringservice umsteigen, aber gut.

Dann kam der Sohn in den Kindergarten. Selbstverständlich bekamen wir Eltern die Auflage, unseren Kindern gesundes Vesper mitzugeben (der Kindergarten bot damals noch kein Mittagessen an, da die Betreuungszeit nur bis 14 Uhr ging). Klar doch, machen wir. Aber ganz ehrlich? Die Realität sah anders aus. Immer dieselben Kinder, die mit Zuckersaft in süßen Tetrapacks (Zuckerkram! Müll!), Milchschnitten (brrrrrrgh), Keksen, Nutellabroten oder Ähnlichem herumliefen. Immer wieder.

Der befürchtete Unmut beim Sohn ob seiner Brote, seines Obsts oder maximal einem Joghurt blieb zwar aus. Nur einmal hat er es sehr, sehr schlau versucht: "Du, Mama, die D. (<- Erzieherin) hat gesagt, wir sollen jetzt alle immer Nutellabrote zum Vesper mitbringen!" " Ah, gut das zu wissen, dann frage ich die D. doch nochmal, ab wann diese neue Regelung gilt..." "Ach, Mama, doch nicht so wichtig, ähm, lassen wir das...." Chrchrchr.... Aber komisch geguckt hat er doch oft genug.

Im Grunde geht es mir aber gar nicht um eventuellen Neid meiner Kinder auf das vermeintlich bessere Essen der anderen Kinder. Das müssen sie lernen, da müssen sie durch (und wie gesagt, zumindest in unserem Fall war das auch nicht so wild). Das ist nicht der Punkt. Ich kann - auch wenn es mich vielleicht tausendmal nichts angeht - nicht verstehen, was daran so schlimm ist, sich bzw. seine Kinder mal den Vormittag lang vernünftig zu ernähren! Echt nicht!

In besagtem Forum las ich Argumente wie "wir essen zu Hause doch auch kein Körnerfutter" oder "zu Hause essen unsere Kinder doch eh Süßes, warum dann nicht auch im Kindergarten?" Ja. Gerade DANN, bitteschön! Was sind denn das für Argumente?

In unserem neuen Kindergarten klappt die "Gesundes-Vesper-Regel"ganz gut. Aber es spricht ja keiner von Körnerfutter (das essen doch Vögel, oder?). Was ist gegen Obst, Gemüse, belegte Brote oder meinetwegen auch mal einen Joghurt, umgefüllt in einen Tupperbecher, damit nicht der ganze Müll im Kindergarten bleibt, einzuwenden?

Ich möchte definitiv nicht den Moralapostel raushängen lassen, wirklich nicht! Es gibt sicher Familien, die sich viel gesünder ernähren, als wir. Meine Kinder essen auch Süßes. Im Sommer gibt es manchmal täglich ein Eis, im Winter machen wir eine gemütliche Kaffeerunde mit Keksen. Aber das kann ich doch zu Hause machen. Und meinen Kindern vermitteln, dass das nicht die Grundlagen einer gesunden Ernährung sind, und das so etwas nicht das richtige gegen Hunger ist (und der soll ja am Vormittag im Kindergarten gestillt werden, da braucht glaub ich niemand aus Langeweile oder Prinzip zu essen...).

Ich packe übrigens auch oft genug das nicht gegessene Obst und Gemüse oder das Brot aus den Dosen meiner Kinder wieder aus. Das nehme ich dann mit auf den Spielplatz, da wird es meistens dann aufgrund von akutem Futterneid gegessen. Und grad die Tochter isst momentan mal wieder nur so mikroskopisch kleine Mengen Obst, das ist fast gar nichts. Aber ich kenne die Sorten, die sie mag, und nein, sie wird sich nicht an Süßkram oder Knabberzeug sattessen. Irgendwann isst sie dann etwas, oder sie wartet eben bis zur nächsten Hauptmahlzeit.

Ein weiteres Argument, was ich las, und welches ich sogar nachvollziehen kann, war: "Nur ich bestimme, was mein Kind isst, und sonst niemand!". Das ist im Grunde gar nicht so verkehrt. Auch mich geht das eigentlich gar nichts an, wie andere Eltern die Vesperboxen ihrer Kinder bestücken, das meine ich Ernst! Auf der anderen Seite braucht man auch nicht darüber zu diskutieren, wie eine wenigstens einigermaßen gesunde und ausgewogene Ernährung aussieht, oder? Was ist daran falsch, das den Kindern beizubringen? Und eine gesunde Ernährung bietet ja auch eine enorme Spannbreite. Kann man da nicht, seinem Kind zuliebe, die "Nur-was-ich-sage-ist-richtig-Einstellung"mal daheim lassen?

Wir sind als Eltern zu gute Letzt ja auch verantwortlich für die Gesundheit unserer Kinder. Ernährung ist doch eine der einfachsten Arten, diese Verantwortung zu übernehmen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen