Mittwoch, 5. November 2014

Laterne basteln?

Also ich weiß ja auch nicht. Aber irgendwie, basteln und meine Kinder, das passt nicht zusammen.

Aber von vorne. Gestern war Laterne basteln angesagt. Im Kindergarten, für das Martinsfest in der nächsten Woche. Alles klar. Dem Sohn merkte man schon an, da ist die Begeisterung nicht so groß. Die Tochter orientiert sich gerne am großen Bruder, also zweimal eher weniger Begeisterung.

Die Erziehrinnen haben alles wirklich schön vorbereitet. Die Kinder bekommen einen, öhm, Laternenrohling (?!?) und können dann wählen, wie sie den gestalten wollen. Mit Schnipseln bekleben, mit Wasserfarben bemalen, wie auch immer. Meine beiden gut gelaunten kleinen Begleiter entscheiden sich für die Schnipsel.

Wir nehmen unseren Platz ein, und die Laune steigt ein kleines bisschen, da tatsächlich jedes Kind einen eigenen Klebestift zur Verfügung hat! Ach guck mal an, denke ich, hätte ich das mal vorher gewusst, ich hätte das lange angekündigt und die Stimmung wäre übergekocht!

Nach ca. 10 minütiger Verhandlung des Sohnes mit mir darum, ob ich nicht seine Laterne alleine basteln könne und er in der Zeit sinnvollere Dinge wie die Tischdecke zerschnippeln (Mama, die is eh alt!), die Tischdecke mit Kleber verzieren (Mama, wenn die schon zwar alt ist aber nicht in den Müll soll, dann kleb ich wenigstens die kleinen Löcher, die ich hier gefunden habe!) oder die Schwester triezen (Mama, die N. soll aber auf GAR KEINEN FALL auch hellblaue Schnipsel auf ihre Laterne kleben, hellblau ist nämlich MEINE Lieblingsfarbe!) erledigen solle, fangen dann tatsächlich beide Kinder an zu schnipseln und zu kleben. Und nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten zwischen der Tochter und dem Kleber (Mama, klebt nich das Papier, klebt nur mein Händchen, MAMA!) sind auch beide einigermaßen bei der Sache.



Genug Schnipsel aufgeklebt, nun soll noch Wasserfarbe folgen. Nachdem ich mehrmals erwähnt habe, dass es wenig Sinn macht, die Laterne in Wasser zu baden, um dann auf das nasse Papier die Farbe aufzutragen, versucht der Sohn, die Laterne in Wasser zu baden, um dann auf das nasse Papier Farbe aufzutragen. Als er merkt, dass das so tatsächlich nicht funktioniert und dass das nicht schon wieder ein mieser Trick seiner Mutter ist, um ihm den Spaß zu verderben, hat es doch noch ganz gut funktioniert - aber nur unter Protest!



Endlich geschafft. Jetzt nur noch das Ganze zusammenkleben, cool, das macht die Mama. Kurzzeitige riesige Begeisterung beim Sohn, der seit gestern doppelseitiges Klebeband für DIE Erfindung der Neuzeit hält. Als die Laterne endlich in Form gebracht ist, bin ich ob der Aufgabe, zwei widerspenstige Laternen zusammenzukleben und gleichzeitig meine Kinder daran zu hindern, sich oder andere zu massakrieren, schweißgebadet. Der Sohn lässt es sich natürlich nicht nehmen, im Sekundentakt lautstark zu verkündigen, wie doof er Laterne basteln findet, und dass er nächstes Jahr zum Martinsfest einfach ne Taschenlampe mitnehmen wird.

Aber immerhin - als dann die Ergebnisse fertig sind, sind beide doch ganz stolz und zufrieden. Und haben zwei Laternen, die vielleicht keinen Schönheitspreis gewinnen, die SIE aber SELBER und nicht ICH für SIE gebastelt haben. Und das muss dann sogar der Sohn feststellen: Danke, Mama, dass du uns geholfen hast, aber das meiste hab ja ich gemacht, das hätte ich auch allein geschafft! ;))


Martinsfest kann kommen!

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