Mittwoch, 10. September 2014

Morgenmuffelchen

Die Tür geht auf. Mama kommt rein. Ich bin schon wach. Ich bin noch müde! So wie eigentlich jeden morgen. Doof, dass ich trotzdem immer aufwache. Dieses mal war ich auch ganz leise - vielleicht wäre ich wieder eingeschlafen. Aber Mama muss ja reinkommen. 

Sie begrüßt mich so lieb mit "Guten Morgen, meine Süße!" Ich finde den Morgen aber jetzt schon doof. Deshalb drehe ich mich weg und mache ein lautes Quäk-Geräusch. Mama sagt, dass ich ja auch noch einen Moment liegen bleiben kann, sie würde schon mal das Müsli zubereiten. Das gefällt mir jetzt auch nicht. Finde denn nur ich diesen Morgen blöd? MAMA!!!! Sie kommt wieder und fragt, ob ich aufstehen will. Ja okay. Mama, mach den Schlafsack auf!! Sie fragt, ob ich das auch netter sagen kann. Wenn es sein muss. Bitte Mama Schlafsack aufmachen. Na wenigstens singt sie für jedes Füßchen das " Meine Füßchen sind verschwunden"-Lied. Und dann nochmal für beide zusammen. Schwuppdiwupp sind sie wieder da! Wir lachen! Das ist so lustig! Ich will das noch ganz, ganz oft! 

Aber Mama sagt, wir müssen jetzt frühstücken. Ich fange mal ganz laut an zu schreien. Das gefällt Mama nicht. Trotzdem geht sie wieder in die Küche. Ich laufe laut schreiend hinterher. Jetzt kommt mein Bruder! Hurra! Wir nehmen uns in den Arm. Aber dann geht der auch in die Küche. Menno. Ich weine und schreie gaaaaanz laut. Mama sagt, ich soll kommen. Das Müsli ist fertig. Ich mag Müsli so gern, aber grad will ich lieber schreien. 

Ich drehe mich um - oh, da ist ja Rody! Rody ist gut! Ich nehme Rody, Teddy und Baby und gehe mit ihnen in die Küche. Guck mal, Mama! Mama ist so lieb und bindet Rody am Küchentisch an. Besser ist das. Ich weine erstmal nicht mehr. Müsli! Lecker! Mama soll mich füttern! Mama? Sie sagt, ich sollte doch selber essen. Ich bin doch schon groß. Ich verziehe das Gesicht. Mama? Ich fange an zu weinen. Ich will nicht allein essen! Und überhaupt bin ich müde! Ich schreie. Ich glaube, Mama ist genervt. Mama nimmt mich auf den Schoß. Ich soll aufhören, so zu brüllen. Wir machen das, was Mama einen Deal nennt. Sie frühstückt in Ruhe zu Ende, dann hilft sie mir. Okay. Ich schluchze und esse ganz langsam mein Müsli. Beim Rest hilft Mama mir dann. 

Danach Zähne putzen. Da habe ich heute gar keine Lust drauf. Ich hole tief Luft und will schreien. Da sagt Mama, dass ich allein putzen darf, sie putzt nach. Juhu! Also Zahnbürste in den Mund, Zahnpasta ablutschen und ein bisschen auf der Bürste kauen. Mama putzt nach. Doof, ich würde gerne schreien. Ist aber die Zahnbürste im Weg. 

Danach will ich wegflitzen, aber Mama schnappt mich und sagt, anziehen, jetzt, danach kann ich noch spielen. Oh wie blöd! Ich weine und schreie. Mama sagt, dass sie sich vorstellen kann, dass mich das ärgert. Aber wir müssen nun mal gleich los. Als ich angezogen bin, kommt mein Bruder. Wir nehmen meine Trommel und sind eine Band! Das ist so toll! Aber dann trommelt er so laut! So laut! Das will ich nicht!! Ich schreie! Mama kommt rein. Sie ist angezogen und so, wie es aussieht, ziemlich genervt. Wir sollen die Schuhe anziehen und zum Fahrstuhl gehen. Ich weine und schreie! Wo ist Teddy?! Und Schnulli?! Im Fahrradanhänger brauche ich doch Schnulli! Außerdem will ich lieber auf den Sitz! Ich will auf den Sitz!!! Den Sitz!!! 

Die Frau von gegenüber kommt vorbei. Sie guckt komisch. Was soll das? Ich schreie lauter. Mama nimmt mich auf den Arm. Sie hat meinen Helm geholt. Wenn ich will, darf ich auf dem Rückweg auf den Sitz. Aber ich glaube, ich bin dann sowieso zu müde. Im Hänger kann man besser schlafen. Ich kuschel mich an meinen Bruder und nehme Teddy fest in den Arm. Morgende sind doof. Dieser besonders. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass der Rest des Tages besser wird...

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