Mittwoch, 24. September 2014

Meins! Nein, meins!

Ich weiß, ich weiß, es ist ein alter Hut. Und es wurde doch schon mehrere zigtausend Mal darüber gebloggt, geredet, geschrieben, gesungen, getwittert... äh, gesungen? Okay, lassen wir das. Aber trotzdem ist und bleibt es faszinierend.

Ach ja, ich rede über den Futterneid. Und ganz besonders und im speziellen den Futterneid UNTER GESCHWISTERN!!!

Gestern gaben mir meine zwei beiden mal wieder eine faszinierende und beeindruckende Vorstellung ihrer Kunst.

Die Tochter weigert sich ja seit Monaten so gut wie immer, jegliche Form von Obst zu sich zu nehmen. Und auch, wenn in meinem Hirn Mamamantras ( oder -mantren?!) wie "es ist nur eine Phase" oder "das Kind holt sich, was es braucht" allgegenwärtig sind, nee, manchmal breche ich ob dieser klaren, eindeutigen und betonten Verweigerungshaltung in leichte bis mittelschwere Verzweiflung aus. Kind, nicht wenigstens ein Stück Apfel? Und wenn ich Äpfelchen sage? Och guck doch, die Erdbeeren sind so lecker! Alle meine Bemühungen werden mit einem freundlich-bestimmten "Nein das Obst!" beantwortet.

Der Sohn ist etwas obstfreudiger, da er aber sowieso generell nur mikroskopisch kleine Mengen an Nahrung zu sich nimmt gebe ich zu, dass das schnell mal in Vergessenheit gerät, wenn dann um 15 Uhr ca. 0,0735 Stück Apfel und 0,0565 Stück Kiwi gegessen wurden.

Nun begab es sich aber gestern, dass im Fahrstuhl auf dem langen Weg von Stockwerk -1 bis Stockwerk 5 dem Sohn einfiel, dass in der Küche ja noch eine Nektarine lag. Die Tochter plapperte in ihrer Echofunktion "Nektarine" nach, was sofort beim Sohn die böse Vorahnung hervorrief, die Erwähnung dieses Wortes könnte ggf Besitzansprüche seitens seiner Schwester auf nun diese Nektarine nach sich ziehen. Ein böses "Das ist aber MEINE Nektarine" war die Folge. Selbstverständlich konnte DAS wiederum die Tochter so nicht auf sich sitzen lassen, ja wo kämen wir denn da hin, egal ob ich jetzt die Nektarine essen will oder nicht, Hauptsache, sie ist erstmal meine!

Unnötig zu erwähnen, dass mein Hinweis, dass es auch noch Kiwis und Äpfel gäbe und man alles ja teilen könne das Ganze nicht ansatzweise besser machte, nein nein, je mehr Obst, um das man sich streiten konnte, umso besser!

Das Ende vom Lied? Ich stieg mit zwei wütend brüllenden Kindern aus dem Fahrstuhl. Nachdem ich die dann möglichst schnell durch die Wohnungstür bugsiert hatte, machte ich mich daran, besagtes Obst kleinzuschnippeln, bevor das gesamte Mobiliar der Geschwisterfede zum Opfer fiel.

Aber hey, soll ich was sagen? Die Tochter hat Obst gefuttert, als gäbe es kein Morgen ... 




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